Anfrage zur Bewertung des Zustands der Wasserversorgungsleitungen – Zuständigkeit liegt beim Versorger

Die Gemeinde Hoisdorf hat über das Amt Siek eine formelle Anfrage an Hamburg Wasser gestellt. Gegenstand der Anfrage ist eine technische Bewertung des Zustands der Wasserversorgungsleitungen im Gemeindegebiet sowie eine Einschätzung, ob die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in den kommenden Herbst- und Wintermonaten gewährleistet ist.

Hintergrund sind die vermehrt aufgetretenen Wasserrohrbrüche in den vergangenen Wochen, die zu teilweise erheblichen Einschränkungen für Bürgerinnen und Bürger geführt haben. Die Gemeinde Hoisdorf nimmt diese Entwicklungen sehr ernst und hat daher unverzüglich den zuständigen Wasserversorger um eine fachliche Stellungnahme gebeten.

Zuständigkeit für Betrieb und Erneuerung der Leitungen

Die Gemeinde weist ausdrücklich darauf hin, dass Betrieb, Wartung und Erneuerung der Wasserversorgungsleitungen nicht in der Zuständigkeit der Kommune liegen. Für das Trinkwassernetz in Hoisdorf ist Hamburg Wasser als technischer Betreiber verantwortlich. Die Gemeinde hat keine eigenen Leitungsbestände und führt keine baulichen Maßnahmen an der Wasserinfrastruktur durch.

Die kommunale Aufgabe besteht in der Sicherstellung der Daseinsvorsorge, wozu insbesondere die Überwachung der Versorgungssicherheit und die Information der Bevölkerung gehören. Die Gemeinde kann jedoch keine Sanierungsmaßnahmen anordnen oder selbst durchführen; diese liegen ausschließlich im Verantwortungsbereich des Versorgers.

Einordnung der Situation in Schleswig-Holstein und Deutschland

Öffentlich verfügbare Berichte zeigen, dass die Lage in Hoisdorf Teil eines bundesweiten und landesweiten Infrastrukturproblems ist:

  • Der NDR Schleswig-Holstein berichtet regelmäßig über marode Trinkwassernetze, zunehmende Rohrbrüche und einen erheblichen Sanierungsbedarf in vielen Gemeinden des Landes.

  • Laut NDR Info besteht in Teilen Schleswig-Holsteins ein Sanierungsstau, da viele Leitungen aus den 1950er- bis 1970er‑Jahren stammen und ihre technische Lebensdauer überschritten haben.

  • Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist darauf hin, dass deutschlandweit ein Modernisierungsbedarf von rund 285 Milliarden Euro besteht, der auch die Trinkwasserinfrastruktur umfasst.

  • Für Schleswig-Holstein werden in Medienberichten und Fachanalysen Sanierungskosten von mindestens 100.000 Euro pro Kilometer Leitung genannt – abhängig von Lage, Material, Tiefbauaufwand und örtlichen Gegebenheiten.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Erneuerung von Leitungsnetzen eine Aufgabe der Versorgungsunternehmen ist und für Kommunen allein weder finanziell noch technisch leistbar wäre.

Weiteres Vorgehen

Die Gemeinde Hoisdorf erwartet die Rückmeldung von Hamburg Wasser und wird die Bürgerinnen und Bürger schnellstmöglich nach Eingang der Stellungnahme über die Ergebnisse informieren.

Bis dahin bittet die Gemeinde um Verständnis und Geduld.

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